Nichtwählerstand mit großem Andrang

Auf großes Interesse ist der Freitags- ab- vier- Stand zum Thema Nichtwählen gestoßen. „Warum gehen immer weniger Leute wählen? Was meinen Sie?“ wollten die Jusos zusammen mit der Neustädter SPD von den Dresdnerinnen und Dresdnern wissen.

Das fehlende Vertrauen in die Politik war eine der am meisten angekreuzten Antworten. Viele Leute haben auch das Gefühl, dass Wahlen ohnehin nichts ändern. „Ja, aber Wahlen ändern deswegen nichts, weil die Leute nicht hin gehen“, sagte ein junger Passant.

Die Frage inspirierte viele zu interessanten Ideen: „Man müsste die Leute dazu bringen, wenigstens zur Wahl zu gehen und den Stimmzettel ungültig zu machen, wenn sie schon nicht mitwählen wollen“, so ein älteres Ehepaar. „Dann sollen die Leute doch auf den Zettel schreiben, warum sie unzufrieden sind. Dann kommt das wenigstens an. Wer einfach nur zu Hause bleibt, macht seine Meinung ja nicht verständlich.“

Ein anderer Dresdner meinte: „Sollen doch im Parlament die Sitze einfach frei bleiben. Wenn nur 40 Prozent wählen gehen, werden eben nur 40 Prozent der Mandate vergeben. Und der Rest bleibt unbesetzt, solange bis wieder mehr Leute zur Wahl gehen“.

Der Platz auf der Bodenzeitung reichte für die Meinungen nicht aus, zusätzliche Zettel mussten her. „Wir haben auf jeden Fall den Nerv der Leute getroffen“, resümiert die Dresdner SPD- Vorsitzende Sabine Friedel. „Wir werden uns ordentlich Gedanken machen müssen, wie wir zur Stadtratswahl 2009 auf die Leute zugehen. Fest steht: Wir wollen ihr Vertrauen haben und müssen zeigen, dass wir es verdienen. Für uns waren die Gespräche sehr wichtig und lehrreich. Ich freue mich auf unsere Nichtwählerforen. Wir haben gemerkt: Die Leute gehen ja nicht aus bösem Willen nicht zur Wahl, sondern viele bleiben zu Hause, weil sie sich nicht ernst genommen fühlen“, so Friedel. „Das werden wir ernst nehmen!“

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