Jusos Dresden haben kein Verständnis für Ausscheiden Richters

Mit Unverständnis reagiert Stefan Engel, Vorsitzender der Dresdner Jusos, auf das Ausscheiden von Frank Richter als Moderator der AG 13. Februar: „Wir waren mit Herr Richter sicherlich nicht immer einer Meinung. Aber unter seiner Moderation wurde etwas Entscheidendes geschafft: Der Stillstand rund um den Tag wurde aufgebrochen, viel Schärfe aus der Debatte genommen.“

In den letzten Jahren gelang es die verschiedene Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft, Parteien, Kirchen und Verbände gemeinsam an einen Tisch zu holen. Es geht um einen angemessenen Umgang mit der Erinnerung an die Gräuel des 2. Weltkriegs und gleichzeitig darum dem Aufzug der Nazis in der Stadt etwas entgegenzusetzen. Fronten wurden gelockert, die sich jahrelang in der Stadt gegenüber standen. Dank Richter wurde auch mit dem Bündnis ‚Dresden Nazifrei‘ gesprochen, das die entscheidende Rolle beim wirksamen Protest gegen die Nazis einnimmt. Gerade die Hintergründe, die für Richters Rücktritt vom Amt des Moderators entscheidend sind, irritieren Engel:

„Der 13. Februar kann nicht losgelöst von der deutschen Geschichte betrachtet werden. Darum ist es umso unverständlicher, dass sich Frau Orosz einer Debatte um die Gedenkkultur in Dresden verweigert und wieder nur die symbolische Menschenkette für den Tag plant. Das reicht uns Jusos nicht, da es gefährlich ist, den Tag als singuläres Ereignis zu betrachten. Der 13. Februar 1945 hatte eine Vorgeschichte, die in der jahrzehntelang gelebten Erinnerungskultur der Stadt Dresden viel zu kurz kam. Frank Richter hat dieses Problem dankenswerterweise erkannt, aber leider stößt er damit bei der Stadtspitze immer noch auf taube Ohren.“

„Die AG 13. Februar muss auch weiterhin ein Ort der Vermittlung und des Dialogs bleiben. Wirklich funktionieren kann dies allerdings nur, wenn der 13. Februar in all seinen Facetten diskutiert wird. Das Ausscheiden von Richter hinterlässt ein großes Fragezeichen.“ so der Juso-Chef.

Die Jusos Dresden sind als Jugendorganisation der SPD mit etwa 400 Mitgliedern der größte politische Jugendverband in der Landeshauptstadt.

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