Archiv des Autors: Matthias Lüth

Jusos Dresden organisieren Einkaufsuntersützung für Risikogruppen: „Solidarität ist das Gebot der Stunde“

Die Jusos Dresden organisieren ab sofort eine Unterstützung für Menschen im Dresdner Stadtgebiet, die wegen der Corona-Krise eingeschränkt sind. Das Angebot ist per Mail über einkaufshilfe@jusos-dresden.de oder telefonisch montags bis samstags von 8 bis 17 Uhr über die Nummer 0351 89 69 2000 erreichbar.

Presseanfragen und Unterstützungsangebote sind bitte NICHT an die Nummer der Einkaufshilfe zu richten. Unterstützungsangebote können per Mail an einkaufshilfe@jusos-dresden.de gerichtet werden.

Dazu sagt Moritz Zeidler, Mitglied im Vorstand der Jusos Dresden: „Das, was wir gerade erleben, ist eine Herausforderung für unsere Gesellschaft, wie mindestens meine Generation sie noch nicht erlebt hat. Solidarität ist das Gebot der Stunde. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, und bieten daher ab sofort Unterstützung an für Menschen im Dresdner Stadtgebiet, die wegen der Corona-Krise in elementaren Dingen eingeschränkt sind. Dabei geht es uns vor allem um Personen, die zu Risikogruppen gehören. Sie sollten möglichst jeden Kontakt nach außen vermeiden – schon ein Einkauf ist daher ein Risiko. Den können wir zum Beispiel übernehmen. Aber wir können auch versuchen, andere Dinge zu organisieren, wie etwa Kinderbetreuung. Diese Menschen können uns einfach anrufen oder eine Mail schreiben, wir versuchen dann, einen Helfer oder eine Helferin zu vermitteln.“

„Wir Jusos sind ein Verband mit ca. 400 Mitgliedern allein in Dresden“, so Zeidler weiter. „Wir haben damit Strukturen und viele einsatzfreudige Ehrenamtliche, die wir in dieser Situation natürlich so einsetzen wollen, dass wir damit möglichst vielen Menschen praktisch helfen können. Wir sind aber natürlich auch für Unterstützung von außen offen: Auch wer nicht Jusos ist und uns unterstützen möchte, kann uns gerne eine Mail schreiben – nur bitte nicht anrufen, damit die Leitung nicht blockiert ist.“

Julia Seliger, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Dresden, ergänzt: „Es gibt so viele Aspekte der Corona-Krise, über die bislang kaum gesprochen wird. In China etwa sind häusliche Gewalt und Femizide während der Quarantäne massiv angestiegen. Und die Isolation bedeutet natürlich, dass noch viel mehr Menschen unter Einsamkeit leiden werden, als es heute ohnehin schon der Fall ist. Das sind Probleme, die wir mit unseren Kapazitäten nicht lösen können. Wir möchten aber alle Menschen auf bestehende Angebote wie das Hilfetelefon ‘Gewalt gegen Frauen’ oder das Kinder- und Jugendtelefon hinweisen und rufen zu bedingungsloser Solidarität untereinander auf. Nur gemeinsam können wir die Krise bewältigen.“

Weitere bestehende Angebote sind unter anderem:

  • Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 08000 116 016
  • Die Telefonseelsorge: 0800 11 10 111 oder 0800 11 10 222
  • Das Kinder- und Jugendtelefon: 0800 11 10 333
  • Die Sucht- und Drogenhotline: 01805 31 30 31

Offener Brief – Machst du mit, wenn wir rufen: „Alle zusammen gegen den Faschismus?“

Als Reaktion auf die Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Thüringischen Ministerpräsidenten mit den Stimmen der AfD haben die Jusos Dresden am Abend des 5. Februars gemeinsam mit der Grünen Jugend Dresden und der Dresdner Linksjugend.Solid vor der Zentrale der FDP Dresden protestiert. Dabei kam es auch zum Austausch mit Philipp Hartewig, stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Sachsen.

Moritz Zeidler, Mitglied im Vorstand der Jusos Dresden, schreibt im Nachgang dazu an Philipp Hartewig:

„Lieber Philipp,
danke, dass du das Angebot zum Austausch mit den Demoteilnehmer:innen gestern an- genommen hast. Die Demo war in meinen Augen einerseits ein Protest dagegen, dass ein Mitglied deiner Partei sich mit den Stimmen von Bernd Höcke und der AfD sich zum Ministerpräsidenten hat wählen lassen – andererseits aber auch eine Einladung an euch, Farbe zu bekennen.

Als Mitglied der SPD weiß ich: Man muss nicht alles gut finden, was die eigene Partei verzapft. Ich bin gerne Sozialdemokrat, aber es gibt auch Dinge, die Genossinnen und Genossen sagen oder tun, die ich schlecht finde. Und manchmal ist es auch notwendig, das offen so zu sagen. Du hast dich gestern entschieden, hinter jedes Eingeständnis noch ein ‚Aber‘ anzu- hängen. Du hast versucht, die Entscheidung von Thomas Kemmerich und der FDP-Fraktion in Thüringen zu rechtfertigen, anstatt deutlich zu sagen: ‚Das geht auf keinen Fall. Dagegen kämpfe ich an.‘ Dass es nicht sinnvoll ist, jede Entscheidung bedingungslos zu verteidigen, denkst du dir nach den Entwicklungen des heutigen Tages bestimmt auch.

Anstatt zu sagen: ‚Können wir ja nix für, wenn die uns wählen!‘ und herumzudrucksen, könntest du (auch jetzt noch!) einmal kurz und knapp aber klipp und klar sagen: ‚Ich schäme mich dafür, dass Thomas Kemmerich, Mitglieder der FDP, meiner Partei, diese Wahl angenommen hat.‘

Letztlich hast du die Wahl. Die Demo gestern war unsere Einladung an dich, Farbe zu bekennen. Am Ende musst du aber wissen – und eines Tages den Kindern der kommenden Generation erklären – ob du mitmachst oder nicht, wenn wir alle rufen: ‚Alle zusammen gegen den Faschismus!‘

Mit solidarischen Grüßen
Moritz“

Handeln von Argenta ist das größere Verbrechen: Jusos Dresden solidarisieren sich mit den Besetzer*innen des Putzis

„Als Jusos Dresden solidarisieren wir uns mit den Besetzer*innen des Putzis“, erklärte Julia Seliger, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Dresden. „Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum bereitet vielen Dresdnerinnen und Dresdnern schon jetzt große Probleme – und es ist ein Thema, das in absehbarer Zeit noch ernster werden wird. Gleichzeitig stehen Gebäude in bester Wohnlage seit Jahren leer, weil sich renditegierige Spekulantinnen daran auf Kosten der Allgemeinheit bereichern – so wie im Fall des Putzis. Daher unterstützen wir die Ziele der Aktivistinnen und Aktivisten von »Wir besetzen Dresden« ausdrücklich.“

„Zivilcourage zu zeigen kann auch einmal bedeuten, gegen Gesetze zu verstoßen“, so Matthias Lüth, Vorsitzender der Jusos Dresden. „»Wir besetzen Dresden« hat nach meiner Kenntnis weder Eigentum beschädigt, noch kam es zu Gewalt gegenüber Personen. Vor dem Hintergrund halte ich das Verhalten von Argenta für das deutlich größere Verbrechen.” Der Unternehmensgruppe Argenta, die ihren Sitz in München hat, gehört das Grundstück mit den drei Gebäuden an der Königsbrücker Straße. “Unter den Entscheidungen der Argenta leiden die Menschen in Dresden – Eigentum verpflichtet.“

„Als Jusos Dresden kritisieren wir die Räumung des Putzis”, so der Dresdner Juso-Vorsitzende weiter. „Stattdessen hätten wir uns einen offenen Dialog und eine ehrliche Diskussion über die Wohnraumproblematik in Dresden gewünscht. Auf jeden Fall sehe ich die Stadt Dresden in der Pflicht, endlich die Ärmel hochzukrempeln und für ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu sorgen.“