CDU und Pegida: Kalte Füße statt kühler Kopf?

Die Jusos Dresden beglückwünschen die CDU zu ihrer Kontaktaufnahme mit dem Scharnier zum ‚Volk‘, so die Selbstbezeichnung der verwirrten Kontaktgruppe zum Rechtsradikalen Lutz Bachmann. Lange Zeit musste die CDU keine politischen Inhalte vermitteln, um den Wahlsegen regentschaftshöriger Sachsen zu erhalten. Die neue Herausforderung („Systemfrage“, Lars Rohwer) nimmt sie positiv auf und schafft es, wenn auch nur im Interesse der nahenden Oberbürgermeisterwahl, sich wieder ins ‚rechte Licht‘ zu rücken [1].

Stefan Engel dazu: „Bei den winterlichen Spaziergängen einiger ihrer Mitglieder, hat die CDU offensichtlich kalte Füße bekommen. Anders können wir uns das plötzliche Interesse für politisch irritierte Kleinstgruppen, wie den ‚Dialog-2015‘, kaum erklären.“

Dem ‚Dialog-2015‘ danken die Jusos für seine Fragen [2]. Erst durch sie konkretisieren sich die „diffusen Ängste“. Besonders die frühindustrielle Sorge um die Ersetzbarkeit des eigenen Arbeitsplatzes durch Maschinen (Frage 8) verlor seit dem Ende des Kaiserreichs jede politische Aufmerksamkeit.

Bedauern drücken die Jusos jenen Pegida-Anhängern aus, die ihr „Schicksal auf Gedeih und Verderb in die Hände [gewählter Volksvertreter] gelegt“ [3] haben, da sie anscheinend in den letzten 25 Jahren noch keine Praxiserfahrung mit der Demokratie sammeln konnten. Zu ihrer Info wird nochmal auf die regelmäßige Möglichkeit zur Wieder- und Abwahl von Politikern verwiesen.

Eine Frage lässt Stefan Engel immer noch ratlos zurück: „Wenn es die Gruppe Dialog-2015 verwundert, dass Politik von Macht „unterwandert“ ist, wüssten wir doch gern, weshalb sie sich nun ausgerechnet an jene Volksvertreter wendet, die Politik ausschließlich für den eigenen Machterhalt gebraucht.“

[1] SZ, S. 3, 09. März 2015 „Wir fahren nach Berlin“
[2] www.dialog-2015.de/umfrage/
[3] www.dialog-2015.de

— Wer in diesem Beitrag Ironie findet, darf sie behalten —

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