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[9.11.] Mahnwache am Stolperstein von Elfriede Scholz

Mahnwache StolpersteinDie Dresdner Jusos beteiligen sich auch in diesem Jahr an der stadtweiten Stolpersteine-Gedenkaktion anlässlich des 9. Novembers. Wir wollen auch diesmal den Stolperstein von Elfriede Scholz in der Südvorstadt (Bergstraße 42, Nähe Haltestelle Reichenbachstr.) putzen, Blumen niederlegen, auf ihre Biographie aufmerksam machen und gemeinsam der Lebens- und Leidensgeschichte der Opfer gedenken.

Im Anschluss werden wir gemeinsam in die Innenstadt fahren und zu den Demonstrationen von „Herz statt Hetze“ dazustoßen.

Elfriede Scholz war die Schwester des berühmten Schriftstellers Erich Maria Remarque (u.a. „Im Westen nichts Neues“). Sie teilte die pazifistischen Ansichten ihres Bruders und machte aus ihrer Ablehnung des Nazi-Regimes nie einen Hehl. 1943 wurde sie wegen „Wehrkraftzersetzung“ und „Feindbegünstigung“ vor Gericht gestellt und durch den berüchtigten NS-Juristen Roland Freisler zum Tode verurteilt. Am 16. Dezember 1943 wurde sie schließlich in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Jusos bringen Wehner-Denkmal in Striesen in Ordnung

Wehner-Denkmal beschmiert

Vor der Reinigungsaktion hinterließ das Wehner-Denkmal keinen schönen Eindruck.

Seit mittlerweile 17 Jahren steht auf der Spenerstraße/ Ecke Kyffhäuserstraße in Striesen ein recht unauffälliges Denkmal zu Ehren des SPD-Politikers Herbert Wehner. An dieser Stelle befand sich bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg das Geburtshaus des langjährigen SPD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag.

Vor einiger Zeit wurde das Denkmal umfassend mit Graffiti beschmiert. Die Inschrift war nur noch schwer erkennbar und die Erinnerungsstelle hinterließ alles andere als einen würdigen Eindruck. Die Dresdner Jusos haben diesen Zustand am vergangenen Sonntag in einem Arbeitseinsatz beseitigt und das Denkmal von Grund auf gereinigt.

Für den Dresdner Juso-Vorsitzenden Stefan Engel ist die Person Herbert Wehner etwas ganz Besonderes: „Kaum ein Mensch hat die wechselhafte Geschichte des 20. Jahrhunderts so verkörpert wie Herbert Wehner. Sein Leben war nicht frei von Widersprüchen, doch hat er wie kaum ein anderer die Bundespolitik der sechziger und siebziger Jahre geprägt. Ich würde mir wünschen, dass die Erinnerung an Herbert Wehner in seiner Geburtsstadt Dresden mehr Beachtung fände.“

Zum Hintergrund:

Das Herbert-Wehner-Denkmal an der Stelle des ehemaligen Geburtshauses Herbert Wehners wurde am 25. Juni 1998 enthüllt. Das Denkmal wurde auf Initiative der SPD-Stadtratsfraktion geschaffen, die einen entsprechenden Beschluss im Stadtrat bewirkte. Bei der feierlichen Enthüllung waren u.a. der damalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau, der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf, der Dresdner Oberbürgermeister Herbert Wagner und Wehners Ehefrau, Greta Wehner, anwesend. Das Denkmal besteht aus drei Edelstahlplatten: Die obere zeichnet das markante Profil Wehners nach, die beiden unteren enthalten seine Lebensdaten und ein durchaus visionäres Zitat aus seiner Zeit als Vorsitzender des Bundestagsausschusses für gesamtdeutsche Fragen (1964):

„Die Humanität wird stärker sein als Schießbefehle und Minengürtel, wenn sie sich entfalten kann. Wiedervereinigung in gesicherter Freiheit wird letzten Endes abhängig sein von dem Grade, in dem das Zusammengehörigkeitsgefühl, wenn auch zunächst schritt- und stückweise, sich geltend macht.“

Gedenken an die Opfer des NS-Säuglingslagers

St.Pauli-FriedhofDer 13. Februar rückt näher und auch innerhalb der Stadt gewinnt die Debatte über die Gedenkkultur (Stichwort „unschuldige Stadt“) wieder an Fahrt.

Wir als Jusos werden dazu am Freitagvormittag einen Kontrapunkt setzen und auf dem St. Pauli-Friedhof eine kleine Gedenkveranstaltung durchführen. Dort wollen wir mit einigen weißen Rosen und einer historischen Einordnung an die Opfer des NS-Säuglingslagers „Kiesgrube“ erinnern, in dem zwischen 1943 und 1945 insgesamt 225 Kinder polnischer und sowjetischer Zwangsarbeiterinnen starben. Würde uns freuen, wenn viele dieser Einladung folgen.

Treffpunkt ist 11:30 Uhr am Haupteingang des Friedhofes. Dieser ist mit den Linien 64, 70 und 81 zu erreichen.

Danach werden wir uns dann gemeinsam zum 13 Uhr beginnenden Täterspurenmahngang in die Stadt bewegen.

[13.2] Täterspurenmahngang 2015

Banner TäterspurenDas Bündnis Dresden Nazifrei bietet mit dem Täterspurenmahngang seit 2011 eine Alternative zum Gedenkzirkus seitens der offiziellen Veranstaltungen der Stadt Dresden und einen Kontrapunkt zum Missbrauch des Datums durch Nazis. Da die Jusos Dresden seit vielen Jahren auch Teil des Bündnisses sind, ist es auch unsere Form zu zeigen, dass statt eines unkritischen Gedenkens vielmehr ein kritisches Erinnern und Reflektieren über die Rolle Dresdens und der hier lebenden Akteur_innen im Dritten Reich angesagt ist. Letztes Jahr folgten dieser Einladung über 3.200 Menschen.

Startpunkt ist diesmal am 13. Februar um 13 Uhr auf der Helmut-Schön-Allee.

[27. Januar] Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Wir wollen uns anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau an der ab 18 Uhr stattfindenden städtischen Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Münchner Platz beteiligen. Dort werden wir auch einen eigenen Kranz niederlegen. Treffpunkt ist um 17:50 Uhr der Haupteingang am Münchner Platz.

Im Anschluss daran lädt die Gedenkstätte ab 18:45 Uhr zu einer Informationsveranstaltung zum NS-Säuglingslager „Kiesgrube“ ein. Zwischen 1943 und 1945 starben in diesem Lager am Dresdner Hammerweg insgesamt 225 Kinder polnischer und sowjetischer Zwangsarbeiterinnen. Weitere Informationen zu beiden Veranstaltungen findet ihr unter

Entsprechend findet am Dienstagabend auch kein Mitgliedertreffen statt.

Jusos Dresden erinnern an Elfriede Scholz

Stolperstein Elfriede ScholzDie Dresdner Jusos beteiligen sich am Sonntag mit einer Mahnwache am Gedenken zum 9. November. Der SPD-Jugendverband wird ab 18 Uhr am Stolperstein von Elfriede Scholz auf der Bergstraße 42 Blumen niederlegen, Kerzen entzünden und sie und ihr Wirken mit einem Redebeitrag würdigen.

Elfriede Scholz war die Schwester des berühmten Schriftstellers Erich Maria Remarque (u.a. „Im Westen nichts Neues“). Sie teilte die pazifistischen Ansichten ihres Bruders und machte aus ihrer Ablehnung des Nazi-Regimes nie einen Hehl. 1943 wurde sie wegen „Wehrkraftzersetzung“ und „Feindbegünstigung“ vor Gericht gestellt und durch den berüchtigten NS-Juristen Roland Freisler zum Tode verurteilt. Am 16. Dezember 1943 wurde sie schließlich in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

In Dresden finden anlässlich des Jahrestages zum 9. November zahlreiche Mahnwachen an ingesamt 90 Stolpersteinen statt. Die Stolpersteine werden seit 2009 unter Mithilfe zahlreicher Patinnen und Paten durch den „Stolpersteine für  Dresden e.V.“ verlegt und sollen dauerhaft dazu beitragen, die Erinnerung an Verfolgte des Nazi-Regimes wachzuhalten. Mit dieser Aktion wollen auch die Jusos Dresden an diesem Ziel mitwirken.

Die Jusos Dresden sind als Jugendorganisation der SPD mit etwa 360 Mitgliedern der größte politische Jugendverband in der Landeshauptstadt.