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Kelle mich nicht voll! – Ressentiments widersprechen

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Dienstag (22.3.), 16:30 Uhr – Haus an der Kreuzkirche

Gemeinsam mit vielen anderen BündnispartnerInnen rufen die Jusos am Dienstag zum Protest gegen eine CDU-Veranstaltung mit der Publizistin die Publizistin Birgit Kelle unter dem Titel „Mit Gendergaga gegen das muslimische Frauenbild? Wie Ideologien unsere Freiheit bedrohen.“ auf. Birgit Kelle hat sich in den vergangenen Jahren einen Ruf als „Homo-Gegnerin“ und Aktivistin gegen Gender Mainstreaming erarbeitet. 

Beispielsweise trat sie in Erscheinung mit Äußerungen wie:
„Wenn es soweitergeht, wird wohl in absehbarer Zeit in unseren Schulen das Wort“Hetero“ als Bezichtigung verwendet. Denn wer nicht wenigstens bisexuell ist, gerät angesichts der Gender-Offensive demnächst mit seinen traditionellen heterosexuellen Geschlechtstrieb unter Rechtfertigungsdruck.“ („Gender mich nicht voll!“FOCUS;focus.de; 28.02.2015)

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(K)ein Ort der Vielfalt? – CSD-Absage wäre ein Armutszeugnis für Dresden

CSD 2015Die Jusos Dresden und die Arbeitsgemeinschaft Lesben und Schwule in der SPD Dresden (Schwusos) reagieren mit Unverständnis auf die Ankündigung der Dresdner Stadtverwaltung, den Christopher Street Day in diesem Jahr wegen angeblicher Lärmbelästigung nicht auf dem Altmarkt starten lassen zu wollen. Nun hat der CSD e.V. der Stadt ein bis Montag laufendes Ultimatum gesetzt, um doch noch eine Lösung zu finden.

Für den Vorsitzenden der Dresdner Schwusos, Marc Dietzschkau, wäre eine Absage ein Armutszeugnis: „Nachdem sich Dresden in den vergangenen Monaten nicht unbedingt als Ort der Toleranz und Vielfalt präsentiert hat, könnte der CSD ein gelungenes Gegenbeispiel setzen. Doch wieder einmal zeigt sich die Dresdner Verwaltung von ihrer engstirnigen Seite. Anstatt Engagement für ein buntes Dresden zu fördern, werden Steine in den Weg gelegt. Dass sich der CSD-Verein das nicht bieten lassen will, kann ich gut verstehen. Die Posse um Regenbogenflaggen vor dem Dresdner Rathaus im Jahr 2012 ist noch in böser Erinnerung.“

Der Vorsitzende der Dresdner Jusos, Stefan Engel, sieht nun Dirk Hilbert in der Pflicht: „Nun muss der amtierende Oberbürgermeister zeigen, ob er für ein offenes Dresden steht oder ob er kleingeistigen Verwaltungsargumenten eine höhere Priorität einräumt. Die Cockerwiese ist sicherlich kein geeigneter Platz. Das Label „Ort der Vielfalt“ darf nicht nur ein Aushängeschild sein, sondern muss auch mit Leben gefüllt werden. Nicht zuletzt muss man sich fragen, warum vor einem Jahr gegebene Zusagen kurz nach Orosz‘ Ausscheiden keine Gültigkeit mehr haben.“ Damals hat Ex-OB Orosz zugesichert, der CSD gehöre auf den Altmarkt.

 

Von Politik befreit sind alle (Olympischen) Spiele

Der Winter steht zwar noch nicht vor der Tür, dennoch wirft er seinen Schatten voraus. Im Winter finden bekanntlich alle 4 Jahre große Sportspiele statt. Dieses Mal macht der olympische Zirkus in Russland halt. In Russland? Das Land mit dem lupenreinen Demokraten? Ja, Putin regiert immer noch und nach wie vor spottet diese Beschreibung jeglicher Realität. Also soweit nix neues.
Olympische Spiele finden im öffentlichen Raum statt. Nun sind ja aber die Arenen kein Mikrokosmos in denen es einzig und allein um Sport geht. Es geht glücklicherweise auch um Sportler*innen, die eben auch nicht-heterosexuell sein können. In den Grundprinzipien des Olympismus kann man dazu folgendes Lesen:
Die Ausübung von Sport ist ein Menschenrecht. Jeder Mensch muss die Möglichkeit zur Ausübung von Sport ohne Diskriminierung jeglicher Art und im olympischen Geist haben. Dieses erfordert gegenseitiges Verstehen im Geist von Freundschaft, Solidarität und Fairplay.
Wenden wir uns von denen ab, die unserer Solidarität brauchen, schaffen wir ein Klima, in dem die hässlichste Fratze die Homo- und Transphobie ist. Nur allzu oft ist der Fußball ein trauriges Beispiele. Gute Projekte gibt es ja zum Glück immer häufiger.

Nun ist Russland nicht als queer-freundliches Land bekannt. Die Gesetze legen Nicht-Heterosexualität als Strafe aus, da fallen die Verschärfungen der letzten Zeit kaum noch ins Gewicht. Es gilt daher den olympischen Geist mit Leben zu füllen und nicht nur für die Sportler*innen Raum zur freien Entfaltung zu schaffen, sondern ein politisches Statement in und für Russland zu setzen.
Nun gibt es aber scheinbar keine/kaum Projekte, die so etwas anprangern oder ändern wollen. Das könnte wiederum an Regel 51 der Olympischen Charta liegen, die sich mit Werbung, Propaganda und Demonstrationen beschäftigt:
Jede Demonstration oder politische, religiöse oder rassische Propaganda ist an den olympischen Stätten, Austragungsorten oder in anderen olympischen Bereichen untersagt.
Die Sportler*innen werden ebenso angehalten sich dieser Regel zu beugen wie Trainer*innen, Betreuende,… sonst droht der Ausschluss von den Olympischen Spielen. Warum werden die Sportler*innen zur Zurückhaltung angehalten? Die Antwort ist doch erstaunlich einfach. Irgendwie muss der Quark ja finanziert werden. Geldgeber*innen sind die besten Freund*innen von Putin. Wer will denn auch freiwillig auf Geld verzichten, wenn die Funktionäre des IOC doch Geld brauchen und zwar nicht nur für den Sport. Der Kreis schließt sich an dieser Stelle.
Wenn die Grundprinzipien aber alles andere als unpolitisch sind und die Staatsoberhäupter sich reihenweise die Klinke in die Hand geben, muss man auch ehrlich genug sein und auch allen Beteiligten zugestehen Respekt und Toleranz einzufordern. Seien es die regenbogenlackierten Fingernägel, die Widmung einer Medaille oder der gleichgeschlechtliche Kuss.

Sebastian Storz, Mitglied im Juso-Landesvorstand